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David

Hallo, mein Name lautet hochoffiziell David Alexander Johannes  – aber wenn alle nur David zu mir sagen ist mir das recht.


Ich kam am 17.7.08 zur Welt. Nach der Geburt sagten die Ärzte meiner Mama und meinem Papa, dass ich wohl das Down Syndrom habe. Warum darüber keiner begeistert war, verstehe ich bis heute nicht, sagen doch alle, dass ich etwas ganz Besonderes bin. Nach diversen Untersuchungen wurde uns gesagt, dass ich körperlich komplett gesund bin, was einen guten Start bedeutete. Dass ich von Anfang an guten Appetit hatte ist mir sicherlich zu Gute gekommen und ich habe mich sehr gut entwickelt. Am liebsten esse ich Spaghetti, Lasagne, Äpfel und alle Beeren aus dem Garten meiner Oma. Bei Schokolade sage ich natürlich auch nicht nein und auch nicht wenn meine Omas Frittaten, Kaiserschmarrn und Biskuitrouladen mitbringen.

 

Ich war aber entgegen aller Aussagen doch ein sehr flinkes Kerlchen. Bald habe ich meinen Kopf gehoben und mich gedreht. Mit dem Krabbeln habe ich mir zwar etwas Zeit gelassen, aber dafür habe ich mit 19 Monaten meine ersten Schritte gemacht und innerhalb kürzester Zeit bin ich durch die Wohnung geflitzt.

Ich bin extrem neugierig und schnell. Nichts ist vor mir sicher und ich verstehe immer noch nicht warum meine Eltern immer Panik kriegen, wenn ich mit einem Messer herum laufe. Am liebsten spiele ich mit den Handys und den Fernbedienungen – aber meistens nicht sehr lange. Meine Eltern nehmen sie mir immer ganz schnell weg und meine Mama sagt, dass ich ihre „kleine diebische Elster" bin. Immer wieder höre ich, dass mir die Teufelchen aus den Augen schauen und ich ein großer Spitzbub bin – was auch immer das sein soll.

 

Im Wasser fühle ich mich wohl, auch wenn ich immer ziemlich viel Wasser schlucke – vielleicht sollte ich den Mund doch öfter zu machen? Ich bin sehr gerne im Garten weil ich dort viel Spielzeug habe und ich dem Papa beim Rasenmähen und bei sonstigen Arbeiten ganz viel helfe.

 

Was mich aber nicht freut ist das Reden. Kann ich mich doch durch Gesten sehr gut verständlich machen. Ich krieg jedenfalls immer was ich will. Aber weil Mama und Papa sich immer so freuen, wenn ich was sage, versuche ich ein paar Wörter – aber ich glaube das wird alles überbewertet.

 

Seit meinem 3. Lebenstag bekomme ich Physiotherapie – zuerst bei der Frau Emersberger im LKH in Vöcklabruck und seitdem ich laufen kann bei der Fr. Foltin. Gleichzeit habe ich Frühförderung durch die Lebenshilfe und Termine bei meiner Logopädin in Scharnstein. Seit kurzem kommt auch die Christine Hermanns zu mir – sie ist meine neue Kommunikationsfrühförderin – die hat vielleicht tolle Sachen mit und es macht viel Spaß mit ihr zu spielen.

 

Ich habe also ein tolles Leben. Um mich herum sind viele Menschen die mich lieb haben und mich knuddeln – ganz besonders meine Eltern und meine Schwester Ricarda, meine Omas und mein Opa, und meine Godi Alex......

 

Ich bin nun schon 4 Jahre alt und gehe bereits das 2. Jahr in den Kindergarten. Letztes Jahr war es anfangs schon etwas eigenartig. So viele Kinder, lauter fremde Leute und ich mittendrin. Da war ich schon froh, dass meine Mama und mein Papa noch ein wenig bei mir geblieben sind. Dann hab ich aber meine Stützkraft Theresa kennengelernt und sie hat soviel mit mir gespielt und gekuschelt, dass mir meine Eltern nicht mehr so gefehlt haben.

 

Zwischenzeitlich habe ich das Dreiradfahren gelernt und bin ständig unterwegs. Gerade probiere ich aus ob meine Eltern Nerven aus Drahtseile haben. Ich bin ja schon groß und will alles alleine können (anziehen, essen, auf der Straße laufen.....). Mein momentanes Lieblingswort ist NEIN ! Meine Mama sagt, dass ich in einer Trotzphase stecke. Ich weiß zwar nicht was das heißt, aber solange ich meinen Kopf durchsetzen kann ist ja eh alles ok.

 

Gesundheitlich bin ich gut drauf aber das Sprechen liegt mir leider nicht. Wenn ich etwas höre, kann ich es nachplappern, aber wenn ich schnell ein Wort brauche, fällt es mir ab und zu nicht ein und das ärgert mich. Aber ich habe ja meine Logopädin und meine kommunikative Frühförderin, und die beiden schaffen das schon.

Nachdem ich es geschafft habe den Kindergarten hinter mir zu lassen – mit vielen Tränen und vielen Umarmungen – ging es mit großen Schritten Richtung Schule.

Meine Mama und mein Papa haben beschlossen, dass ich in Puchheim in die private Volksschule der Franziskanerinnen gehen soll. Sie hätten das Gefühl, ich sei dort gut aufgehoben.  Im Kindergarten wurde mir gesagt, dass ich in der Schule lesen, schreiben und rechnen lerne - super, dann braucht Mama nicht immer vorlesen.

Dann war er da, der 1. Schultag. Nach dem Gottesdienst in der Kirche ging es  Richtung Schule und ich durfte gleich eine Stunde bei meinen Lehrerinnen sein. Ich habe ja  zwei Lehrerinnen! Die Lehrerin,  die für alle meine Schulkollegen da ist, ist die Frau Elke Rauchenzauner. Die zweite Lehrerin ist die Frau Angelika Köttl. Sie ist Sonderschullehrerin und nur für uns drei Integrationskinder da.  Wir haben auch noch den Andreas und die Theresa. Das sind Schulassistenten. Was das ist, weiß ich zwar nicht genau, aber sie sind die ganze Woche abwechselnd in unserer Klasse und helfen mir, wenn ich etwas nicht so gut kann. Die Frau Köttl sagt, dass ich beim „Schreiben und Lesen“ der Mundbilder nach der Kybernetischen Methode toll mithalte ,und wenn ich einen Fehler mache, kann ich ihn sogar manchmal selbst korrigieren

Seit dem 2. Schultag habe ich jeden Tag bis 11:45 Uhr Unterricht, dann bekomme ich Mittagessen und davon gut und viel. Danach spiele ich mit Schulkindern aus anderen Klassen – die sind schon etwas älter aber sehr lieb. Wenn ich um 14:00 Uhr nach Hause komme, bin ich  fix und fertig. Ganz schön anstrengend immer brav zu sitzen und zuzuhören.

Ich habe im letzten Jahr einen ziemlichen Entwicklungsschub gemacht. Ich bin gewachsen und meine Sprache hat sich sehr gebessert. Ich kann zwischenzeitlich allen sagen, was ich will oder nicht will. Dennoch brauche ich noch immer die Hilfe meiner Logopädin. Ich reite auch, was mir wahnsinnig Spaß macht. Heilpädagogischen Voltagieren nennt man das, und mein Pferd – die Mona – habe ich sehr lieb.

Im Sommer 2014 hatte ich eine kleine Operation.  Ich hatte Flüssigkeit hinter dem Trommelfell, diewurde abgesaugt und die Polypen wurden entfernt. Nun sollte ich nicht mehr so oft verkühlt sein. Hoffentlich stimmt das auch, denn die Ohrenschmerzen, die ich oft hatte, waren nicht sehr angenehm. Ansonsten bin ich gesund und es geht mir gut. Ich schwimme gerne, fahre Rad und spiele gerne Fußball. Am liebsten habe ich Motorräder – wir waren bei einigen Motorradrennen (mit Kopfhörer, denn die sind schon sehr laut) – aber es war jedesmal super.

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